Mitgliederversammlung der GLP vom 14. August 2025

Mitgliederversammlung der GLP vom 14. August 2025

Die GLP Freiburg hielt gestern Abend ihre Generalversammlung im Innovation Lab der Hochschule für Wirtschaft (HSW) ab. Dieser innovative Raum, der der Projektentwicklung sowie dem Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gewidmet ist, bot einen idealen Rahmen für anregende Diskussionen.
Mathias Rossi PVL Fribourg GLP Freiburg

Die Mitglieder erhielten durch eine dynamische Präsentation von Pascal Wild, Direktor der

HSW, und Xavier Bertschy, Verantwortlicher des Innovation Lab, einen spannenden Einblick

in die Aktivitäten der HSW und ihres Lab. Die beiden Referenten stellten die strategischen

Schwerpunkte der Schule, ihre Partnerschaften mit der Freiburger Wirtschaft sowie die

Perspektiven des Innovation Lab zur Förderung von Unternehmertum und angewandter

Forschung vor.

Kritisches Ja zur Erweiterung des Gefängnisses Bellechasse

Der offizielle Teil der Versammlung begann um 19:30 Uhr mit der Behandlung von drei

Abstimmungsvorlagen – einer kantonalen und zwei eidgenössischen. Der Kredit für den

Ausbau des Gefängnisses Bellechasse, vorgestellt von Estelle Jaggi, Präsidentin der Jungen

Grünliberalen Freiburg, wurde mit 13 Ja-, 1 Nein-Stimme und 5 Enthaltungenangenommen.

Die Mitglieder betonten, dass das Zentrale Gefängnis nicht mehr den heutigen

Anforderungen entspricht und moderne, sichere Infrastrukturen dringend notwendig sind.

Eine Ablehnung des Kredits würde das Problem um mindestens ein Jahrzehnt verschieben.

Dennoch äussert die GLP Freiburg mehrere Vorbehalte. Insbesondere wird bedauert, dass

gewisse Kosten – etwa für zusätzliche Gefangenentransporte zwischen Bellechasse und der

Staatsanwaltschaft Freiburg – nicht transparenter dargestellt wurden. Auch der Zeitpunkt der

Ausgabe wurde kritisch hinterfragt, da der Kanton gleichzeitig ein Sanierungsprogramm der

öffentlichen Finanzen durchführt.

Kantonale Immobiliensteuer auf Zweitwohnungen: vorsichtige und überlegte Unterstützung

Lukas Bieler, Vizepräsident der GLP Freiburg, stellte das Bundesgesetz zur kantonalen

Immobiliensteuer auf Zweitwohnungen vor, das mit 13 Ja-, 4 Nein-Stimmen und 2

Enthaltungen angenommen wurde. Die Mitglieder erinnerten daran, dass das heutige

System der Eigenmietwertbesteuerung – welches ein fiktives Einkommen aus einem

theoretisch erzielbaren Mietwert besteuert – ungerecht ist. Besonders betroffen sind

Eigentümer mit kleinem Einkommen, wie etwa Rentner, die ausschliesslich von ihrer Rente

leben. Diese werden durch die Immobilienbesteuerung unverhältnismässig stark belastet,

obwohl ihnen oft die nötige Liquidität fehlt.

Für die GLP Freiburg ist eine Reform notwendig, um das System gerechter und

wirtschaftsnaher zu gestalten. Allerdings ist sich die Partei auch bewusst, dass eine

Abschaffung dieser Steuer einen erheblichen Einnahmenrückgang für den Bund bedeuten

würde. Diese Ausfälle müssten zwingend kompensiert werden – entweder durch gezielte

Anpassung anderer Steuern oder durch die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und

Innovationskraft der privaten Wirtschaft. Letzteres entspricht der Vision der GLP: ein

effizienter Staat mit soliden öffentlichen Finanzen, gestützt auf eine innovative, nachhaltige

und leistungsfähige Wirtschaft.

E-ID-Gesetz: ein wachsames Ja zur Datensicherheit

Die GLP Freiburg sprach sich ebenfalls zur eidgenössischen Abstimmung über die

elektronische Identität und andere elektronische Nachweismittel aus, vorgestellt von Matthias

Rossi, Präsident der GLP Sarine. Die Vorlage wurde mit 10 Ja-, 4 Nein-Stimmen und 5

Enthaltungen angenommen. Die Mitglieder anerkannten, dass das Gesetz gut ausgestaltet

ist, insbesondere weil es garantiert, dass persönliche Daten nicht ohne Zustimmung der

Nutzenden an Dritte weitergegeben werden dürfen – ein zentrales Element für das Vertrauen

in das System.

Die GLP Freiburg betont jedoch die Bedeutung einer strengen Umsetzung: Der Bund muss

hohe Datenschutzstandards einhalten und regelmässige Kontrollen durchführen. Die Gefahr

von Hackerangriffen bleibt real, und jede Sicherheitslücke könnte die Glaubwürdigkeit und

Akzeptanz des neuen digitalen Instruments gefährden.

Anerkennung der neuen Sektionen GLP Sarine und GLP Broye

Im Rahmen der Versammlung wurden zwei neue lokale Sektionen offiziell anerkannt: GLP

Sarine und GLP Broye. Geoffrey Orlando, Präsident der GLP Broye, und Matthias Rossi,

Präsident der GLP Sarine, präsentierten die Visionen und Projekte ihrer jeweiligen

Sektionen. Die Gründung und Integration beider Sektionen wurde einstimmig und mit

Applaus angenommen – ein Zeichen für die Dynamik und wachsende Präsenz der GLP im

Kanton.

Wahl des neuen Präsidiums der GLP Freiburg

Ein Höhepunkt des Abends war die Wahl des neuen kantonalen Präsidiums. Die GLP

Freiburg ehrte Caroline Revaz, die scheidende Präsidentin, für ihr unermüdliches

Engagement, ihre starke Führung und ihren politischen Mut. Während vier Jahren führte sie

die Partei mit Entschlossenheit, Weitblick und Talent – mit spürbarem medialem wie

politischem Fortschritt. Viele Mitglieder drückten – teils mit Emotionen – aus, wie

entscheidend ihre Unterstützung, Ermutigung und Fähigkeit zur Vernetzung für ihren eigenen

politischen Weg war.

Matthias Rossi wurde einstimmig und mit Applaus zu ihrem Nachfolger gewählt. Als

Professor an der Hochschule für Wirtschaft Freiburg und seit drei Jahren engagiertes

Mitglied der GLP, übernimmt er eine dynamische, strukturierte und wachsende Partei.

Bekannt für seinen rigorosen und zugleich dialogoffenen Ansatz, möchte er die politische

Linie der GLP Freiburg klarer definieren, um deren Positionen für die Bevölkerung besser

sichtbar zu machen.

In seiner Antrittsrede kündigte er an, verstärkt auf Präsenz im Kanton zu setzen, den direkten

Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen und die Werte und Vorschläge der

GLP mit Nachdruck zu vertreten. Er betonte zudem die Bedeutung einer aktiveren Teilnahme

der Partei an öffentlichen Debatten sowie der Entwicklung konkreter, innovativer Lösungen

für kantonale Herausforderungen.

In bescheidener Haltung gegenüber der Verantwortung, die auf ihn zukommt, schloss

Matthias Rossi mit der Aussage, dass er bereit sei, sich mit Entschlossenheit, Mut und

Teamgeist für die Fortsetzung und Verstärkung der positiven Dynamik unter Caroline Revaz

einzusetzen.